Werbung -> An dieser Stelle Danke an das Bloggerportal und Heyne für das zur Verfügung stellen dieses Buches. Ich habe mich sehr gefreut, es hat meine Meinung aber in keiner Weise beeinflusst.


Titel: Artemis
Autor: Andy Weir
Verlag: Heyne
Seitenzahl: 432
Preis: 15,00€
ISBN: 978-3-453-27167-8                                                 -> hier findet ihr das Buch! 🙂

Dieses Buch habe ich mal wieder als Buddy Read gelesen. Dieses Mal zusammen mit der lieben Hannah. Ihre Rezi findet ihr hier 🙂

Jazz Bashara ist eine junge Frau, in den Mittzwanzigern, die in der einzigen Kolonie auf dem Mond aufgewachsen ist, seitdem sie sechs Jahre als ist. Sie erzählt einem, wie das Leben in einer Stadt auf dem Mond so funktioniert. Sie erklärt, wie das mit der Bewegung bei 1/6 der Erdschwerkraft klappt, wie die Stadt „Artemis“ gebaut ist und noch vieles mehr. Durch ihren Job als Trägern (so etwas wie ein Liefermädchen) kennt sie die Stadt in- und auswendig und weiß wo man sich aufhalten kann und wo man nicht hinsollte. Allerdings genau dieser Job ist es auch, der es ihr ermöglicht ihrer kleinen kriminellen Nebentätigkeit nachzugehen: dem Schmuggeln. Sie schmuggelt alles herein, was in Artemis verboten ist, meist brennbares. So verdient sie sich nebenbei noch etwas Geld dazu.
Dann bekommt Jazz ein Angebot, dass sie nicht ausschlagen kann. Mit einem Job könnten alle ihre Geldsorgen für immer erledigt und ihr Traum von einer eigenen kleinen Wohnung zum greifen nah sein, auch wenn der Job eigentlich nicht ihre Kragenweite ist. Sie nimmt an und ab da gerät alles etwas aus dem Ruder. Das Ganze geht gehörig schief und anstatt in ihrem Reichtum zu schwelgen, muss sie auf einmal um ihr Leben fürchten. Aber Jazz wäre nicht Jazz, wenn sie das einfach so hinnehmen würde. Sie macht sich auf und nimmt alles einfach mal selbst in die Hand. Dabei deckt sie Dinge auf, mit denen sie selbst niemals gerechnet hätte. Und plötzlich geht es nicht mehr nur um ihr Leben, sondern um das Schicksal ihrer Stadt!

„Das war eine Sache, die ich von Dad gelernt hatte: Halte dich an Abmachungen. […] Die Menschen vertrauen einem zuverlässigen Verbrecher eher als einem zwielichtigen Geschäftsmann.“

Das ist in groben Züge die Handlung des Buches. Klingt spannend? Ist es auch! Die Geschichte wird nach und nach aufgebaut. Zunächst wird darauf geachtet, dass das Geschehen auch gut eingeleitet wird. Bevor die richte Handlung überhaupt beginnt, erfährt man sehr viel über Jazz und was sie so macht. Zudem erfährt man auch viel über Artemis und wie das Leben und die Gesellschaft dort funktionieren. So ist man sehr gut vorbereitet. Wenn die eigentliche Story losgeht, kann man Jazz einschätzen und findet sich halbwegs mit den Dingen in Artemis zurecht. Wirklich gelungenes World Building!
Dann geht die Geschichte richtig los und es geht Schlag auf Schlag. Jazz rutscht von einer unschönen Situation in die nächste, und muss schauen, wie sie es schafft, sich daraus zu winden. Ich finde, dass sie Geschichte gut gemacht ist. Es kamen gegen Ende des Buches einige Wendung, die ich in der Art und Weise nicht erwartet hätte. Das war eine freudige Überraschung, vor allem da ich dachte, dass ich die Geschichte schon durchschaut hätte.
Ein Punkt, den ich aber negativ anmerken muss, ist das ganze Technik-Gerede. Es ist wirklich toll, dass der Autor sich so intensiv damit auseinander gesetzt hat und so viel darüber weiß, aber als Leser ist es, wenn man dieses Wissen nicht hat, ab und zu nur verwirrend. Ich habe teilweise ganze Absätze überflogen oder übersprungen, weil ich sowieso nicht verstanden habe, was da los war. Das war schon recht schade.
Und ein kleiner weiterer Punkt ist, dass mich das Buch leider emotional nicht abholen konnte. Gut, ich weiß auch nicht, ob es unbedingt darauf ausgelegt ist super emotional zu sein, aber ich brauche immer irgendwie eine emotionale Verbindung zum Buch, zu den Charakteren oder zu sonst irgendwas, damit ich richtig dabei bin. Das war hier leider nicht der Fall.

„Fünf Uhr morgens, das war für mich vor allem eine theoretische Angabe. Ich wusste, dass dieser Zeitpunkt existierte, hatte ihn aber so gut wie nie im Wachszustand erlebt.“

Jazz ist eine wirklich sympathische Protagonistin. Sie ist intelligent, frech und stur. Sie hätte dem Pfad ihres Vaters folgen können und eine Schweißerin werden können. Talent dazu hatte sie mehr als genug. Und auch sonst hätte sie andere „ehrbare“ Wege einschlagen können. Aber sie entschied sich für ihren eigenen Weg, auch wenn dieser kleine kriminelle Geschäfte mit einschließt. Jazz weiß ganz genau was sie kann und was sie will. Sie lässt sich auch einfach nicht aufhalten, wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat und rennt im Zweifel mit dem Kopf durch die Wand. Zudem ist sie definitiv nicht auf den Mund gefallen und redet wie sie will, völlig egal wer vor ihr steht. Allerdings ist sie keinesfalls unvorsichtig oder naiv. Sie durchdenkt alles fünfmal bevor sie etwas macht und versucht alle Eventualitäten zu beachten. Meiner Meinung nach ein rundum gelungener Hauptcharakter, der immer wieder für eine Überraschung gut ist!

„Ein längst vergessener rationaler Teil meines Gehirns meldete sich zu Wort. War das eine gute Idee?“

Der Schreibstil war ein persönliches Highlight für mich. Warum? Weil das Buch wirklich witzig ist. Das hat man viel zu selten. Etwas Witz macht ein Buch für mich gleich immer sympathischer. Vor allem Jazz wurde wirklich schlagfertig, und dadurch sehr witzig, geschrieben. Ihre Schlagabtausche mit einigen anderen Charakteren, waren einfach nur herrlich und ich habe teilweise richtig laut aufgelacht.
Zudem hat Jazz durch einige Bemerkungen auch immer wieder mit dem Leser geredet und so habe ich mich richtig eingebunden und als Teil der Geschichte gefühlt. Das ist echt gut gemacht!
Sonst lies sich das Buch auch wirklich gut lesen. Die einzigen Stolpersteine waren die, vorher schon erwähnten, technischen Passagen. Sonst habe ich da aber nichts zu meckern.

Schließlich kann ich sagen, dass „Artemis“ ein gelungener Scifi-Roman ist mit einer spannenden Geschichte, einer sympathischen Protagonistin und viel Witz. Auch wenn mich auf Grund von ein, zwei Dingen, dass Buch nicht zu 100% Prozent mitnehmen und überzeugen konnte, habe ich dennoch keine Sekunde bereut es gelesen zu haben und würde Andy Weir Bücher auch jeder Zeit wieder lesen!

Meine Bewertung: 3.5/5 Sterne

2 Replies to “Review: Artemis von Andy Weir”

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