Titel: Constellation – Gegen alle Sterne
Autor: Claudia Gray
Verlag: cbj
Seitenzahl: 507

Er ist programmiert, sie zu töten. Sie ist bereit, ihn zu vernichten. Bis sie sich näher kommen als gedacht …

Noemi ist bereit zu sterben, um ihren Planeten gegen die Erde zu verteidigen. Als sie in einem verlassenen Raumschiff nach Hilfe für ihre schwer verletzte Freundin sucht, trifft sie auf Abel, die perfekteste künstliche Intelligenz, die je entwickelt wurde. Er ist programmiert, sie zu töten. Gleichzeitig aber muss Abel dem ranghöchsten Menschen an Bord gehorchen. So gelingt es Noemi, ihm das Geheimnis zu entlocken, das ihren Planeten retten kann. Dafür müsste sie Abel zerstören. Doch Abel sieht nicht nur aus wie ein Mensch aus Fleisch und Blut. Je näher sich die beiden auf der lebensgefährlichen Mission kommen, desto klarer wird Noemi: Er fühlt auch wie ein Mensch. Bald steht er längst nicht mehr nur aus programmiertem Gehorsam zu ihr. Aber ist er wirklich frei, alles für sie zu tun?“ (Quelle: Random House)

Noemi und viele andere junge Menschen von Genesis machen sich dazu bereit zu sterben, um ihrem Heimatplaneten Zeit zu verschaffen. Die Genesis-Kolonie wird vermehrt von der Erde bekriegt, da die Erde auf den Planeten angewiesen ist, Genesis sich aber abspalten will, um so zu verhindern, dass der Planet ausgebeutet und zerstört wird. Dann kommt es aber anders und die Genesissoldaten werden angegriffen. Während einer Raumschlacht wird Noemi beste Freundin sehr schwer verletzt und sie sucht Zuflucht und Hilfe auf einem zerstörten gegnerischen Schiff. Dort läuft sie Abel in die Arme. Abel ist ein Mech (eine künstliche Intelligenz) der Erde. Also ihr Feind. Allerdings kann Abel nicht anders, als Noemi zu gehorchen, da er darauf programmiert ist. So merkt Noemi, dass sie ihn dazu benutzen kann um Genesis zu retten. Zusammen machen sie sich auf und gehen auf eine Reise, die sie beide nachhaltig verändert und ihren Blick auf die Dinge verschiebt. Vor allem Noemi wird immer mehr klar, dass es nicht nur Gut und Böse gibt, wenn es um die Erde geht. Gerade in Bezug auf Abel, der viel mehr zu sein scheint, als nur eine Maschine.

„Aber selbst wenn man etwas nicht braucht, kann man es sich trotzdem wünschen, oder? Was sollte falsch daran sein, mehr von der Schöpfung kennenlernen zu wollen?“

Direkt zu Beginn hat mich dass Konzept der Geschichte sehr begeistert. Was mit der Erde passiert ist, die verschiedenen Kolonien, der Krieg. Ich war sofort begeistert. Man wird zwar direkt in die Geschichte geworfen, aber neben dem Haupthandlungsstrang wird dem Leser die Welt und die Begebenheiten erklärt. So mag ich mein World Building am liebsten.
Auch danach konnte die Geschichte mich packen. Zusammen mit Noemi und Abel durch das All reisen und mit ihren zu fiebern hat mir sehr viel Spaß bereitet. Zudem konnten mich Noemi und Abel selbst auch sehr begeistern. Ich war emotional sehr involviert in das Buch und wollte immer mehr und mehr lesen. Es viel mir ab einem gewissen Zeitpunkt sehr schwer das Buch überhaupt aus der Hand zu legen!
Ein kleiner Minuspunkt für mich war, dass das Buch aber leider recht durchschaubar für mich war. Hier und da war mal eine kleine Überraschung, aber meist hatte ich die „großen“ Plot Twitst vorher durchschaut. Die Geheimnisse waren nicht immer gut versteckt. Das war dann leider doch sehr schade.
Aber mal ein kleiner Minuspunkt ist kein Weltuntergang, vor allem da mich das Buch emotional abholen konnte. Das ist mir persönlich immer viel, viel wichtiger als eine „perfekte“ Geschichte.

„Es ist nicht so, als hätten wir alle gemeinsam zu einem Gott gefunden. Sondern eher … das uns klar wurde, wir brauchten etwas, was unserem Leben mehr Sinn gibt.“

Noemi ist eine Mensch von der Erdenkolonie Genesis, das heißt, dass ihr Ansicht sich teilweise drastisch von denen der Erde unterscheiden. Der Glaube ist ein sehr prominenter Teil auf Genesis, völlig unabhängig davon, welcher Religion man angehört. Aber gerade der Glaube ist etwas mit dem sie sehr zu kämpfen hat. Glaube kommt für sie nicht so einfach, wie für andere und auch denkt sie häufig, dass ihre Denkweise sich gegen ihren Glauben richtet. Auch kommt sie auf ihrer Reise mit Abel oft in Konflikt mit sich selbst, wenn sie den Fortschritt der anderen Planeten sieht. Natürlich findet sie, dass die Menschen die Erde zu Grunde gerichtet haben, aber trotzdem kann sie nicht nur schlechtes in technologischem Fortschritt sehen. Zudem ist sie sehr stark und will einfach nur um jeden Preis ihren Planeten vor der Erde retten. Was man aber deutlich über die Länge des Buches merkt, ist wie sie wächst und sich entwickelt. Ihre Ansichtsweisen ändern sich und sie merkt, dass man nicht alles in Schwarz und Weiß einteilen kann. Sie beginnt über ihren Tellerrand herauszuwachsen und die Wahrheit zu erkennen.
Abel fand ich von Beginn an faszinierend. Alles was irgendwie mit künstlicher Intelligenz oder Robotern zu tun hat macht mich neugierig. Abel ist ein Mech, der seiner Programmierung völlig gehorchen muss. Allerdings stellt er immer wieder fest, dass sein Handlung nicht zwangsläufig mit seiner Programmierung übereinstimmt. Er beginnt an sich zu zweifeln, an seinem Verhalten zu zweifeln und sich weiterzuentwickeln. Auch wenn er sich oft nicht verstanden hat, habe ich ihn umso besser verstanden und gerne mitverfolgt, was aus ihm werden kann.

„Dies ist mein Augenblick der Gnade, Abel. All die Jahre habe ich gebetet […] – aber jetzt brauche ich nicht mehr glauben. Denn ich habe Gewissheit.“

Der Schreibstil ist sehr angenehm. Es ist ein Scifi Buch das impliziert auch immer einiges an technischen Begrifflichkeiten. Die Autorin hat es hier geschafft das einzubringen ohne das es zu viel oder unverständlich wäre.
Auch hat sie es geschafft mit ihrer Schreibweise Abel auf eine Weise darzustellen, die irgendwo zwischen künstlich und menschlich liegt und so auch seinen Wandel gut unterstützt. Im Grund ein wirklich gelungener Schreibstil!

Constellation ist ein tolles Buch mit einer gelungenen Geschichte und fantastischen Geschichte! Ich hatte sehr viel Spaß beim lesen und war von Seite eins gepackt. Ich kann nicht abwarten Noemi und Abel weiter auf ihrer Reise zu begleiten!

Bewertung: 4 von 5 Sterne

2 Replies to “Review: Constellation – Gegen alle Sterne von Claudia Gray”

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