Titel: Das Raunen der Flammen
Autor: Helena Gäßler
Verlag: Drachenmond
Seitenzahl: 313

„„Ein Held ist wie ein Funken Hoffnung in der Dunkelheit … Seien wir mal ehrlich. In der Realität erlöschen Funken ganz, ganz schnell.“

Das Grauen lauert zwischen den fahlen Stämmen des Düsterwalds, drängt aus seinen dunklen Tiefen hervor ins Licht. Nichts scheint die Scharen von Ungeheuern stoppen zu können. Verzweifelt klammern sich die Menschen an ihre letzte Hoffnung: Uralte Lieder und Legenden wispern von einer Heldin, strahlend wie eine Flamme …

Anscheinend muss bei der Überlieferung irgendetwas schiefgelaufen sein. Denn warum sonst sollte die Wahl ausgerechnet auf mich fallen? Ja genau, auf mich, Zoraya, großartig im Schafe hüten, aber absolut hoffnungslos im Monster töten. Beste Voraussetzungen, um in einem Kampf gegen Riesenratten und pferdegroße Heuschrecken nicht als Futter zu enden.

Bleibt nur die Frage, ob es keinen anderen Weg gibt, als sich den Spielregeln der Mächtigen zu fügen. Denn wer sagt eigentlich, dass man seiner Bestimmung folgen muss?“ (Quelle: Drachenmond Verlag)

Dieses Buch habe ich auf der FBM 2017 gekauft. Könnt ihr euch denken warum? Ja genau, ich habe mich in das Cover verliebt. Ich als totaler Cover-Käufer bin natürlich sofort auf dieses Buch angesprungen. Die Grüntöne, der Vogel, der Schrift. Das ist einfach alles sehr stimmig und gefällt mir ungeheuer gut!

„Ich will euch die meine erzählen. Die ehrlichste Heldensaga, die ihr je gehört habt.“

Das Zitat hier drüber sagt eigentlich genau worum es geht. Es geht um die Geschichte von Zoraya, um ihre „Heldengeschichte“. Durch eine Verkettung von unglücklichen Umständen, ist sie urplötzlich dazu auserkoren ihr Land und ihren König zu retten. Dabei hat sie eigentlich gar nicht so richtig gemacht. Sie wird zufällig entführt und kann glücklicherweise entkommen. Sie will Wasser holen, findet ein totes Monster und soll es auf einmal getötet haben. Irgendwie schlittert Zoraya da so rein und wird von einem königlichen Boten aus Heldin ausgerufen und zum königlichen Palast gebracht, ohne Wiederrede. Und dort angekommen wir es auch nicht besser. Obwohl sie eigentlich die Heldin des Landes sein soll, stellt sie schnell fest, dass sie eigentlich nicht weiter ist als eine unbedeutende Marionette, die keiner Ernst nimmt und der keiner etwas anvertraut. Zorayas Leben entwickelt sich in eine Richtung, die ihr nicht gefällt und die sie sich nicht erträumt hätte. Sie wird in eine Welt geworfen, die nicht die ihre ist und muss damit klarkommen. Sie soll das Land retten, aber darf prinzipiell nicht machen. Irgendwie muss Zoraya da jetzt durch.

Die Geschichte ist die meiste Zeit nicht im klassischen Sinne „spannend“. So richtig, richtig spannend wird es erst im letzten Drittel. Das heißt aber keineswegs, dass das Buch langweilig ist. Man erfährt viel über Zoraya, über die Welt, über die Monster, über Zorayas Alltag im Palast, über Zorayas Wandlung. Man bekommt einfach unglaublich viel mit, deswegen ist es überhaupt nicht schlimm, dass es oft nicht richtig spannend ist.
Allerdings geht gegen Ende des Buches dann alles Schlag auf Schlag und gefühlt auf jeder Seite kommt eine Wendung. Eins kann ich euch sagen meine Lieben, ich habe da so einiges nicht kommen sehen! Das Buch hat mich unglaublich überrascht!
Je mehr ich gelesen habe, umso mehr hat mich das Buch gefesselt. Ich konnte es irgendwann einfach nicht mehr aus der Hand legen. Die Welt war so toll, die Geschichte richtig durchdacht und vielschichtig. Wirklich gelungen!

„Dies ist meine Geschichte und ich werde sie so erzählen, wie ich es für richtig halte.“

Zoraya ist eine Protagonistin ganz nach meinem Geschmack. Sie ist nicht so eine schüchtern, zurückhaltende junge Frau, die dann merkt, dass sie total klasse ist und die Welt rettet. Die weiß genau was sie kann und was sie nicht kann. Sie macht das alles nicht, weil sie sich dazu berufen fühlt, sondern weil sie einfach keine Wahl hat. Sie ist nicht auf den Mund gefallen und stark. Aber sie ist auch verletzlich, fühlt sich einsam und lässt sich von Dingen beeinflussen. Wenn sie etwas falsch macht, sieht sie es ein und steht dazu. Sie versucht immer nach etwas höherem zu streben und besser zu werden. Sie ist einfach ECHT! Man kann sie sich mit ihr als Person identifizieren. Von Seite eins an war ich ein riesiger Fan von ihr und habe jeden Augenblick ihrer Geschichte genossen. Es war toll zu sehen, wie sie sich als Person weiterentwickelt und wächst.
Am Ende habe ich das Buch mit einem lachenden und weinenden Auge beendet. Lachend, weil ich gerne Zoraya begleitet habe. Weinend, weil die Geschichte zu Ende erzählt war.

„Denn Hoffnung ist wie ein Funken. […] Du musst den funken einfangen, ihn füttern, ihn hegen und pflegen – dann kann er ein Feuer entfachen.“

Und jetzt kommen wir zu meinen ganz persönlichen Highlight: der Schreibstil! Ab dem Prolog war ich hin und weg. Helena schreibt so unglaublich bildhaft und schön detailliert. Es wird zu einem richtigen Erlebnis, wenn man Beschreibungen von Landschaften, Räumen und ähnlichen liest. Und dann sind da noch die Passagen, in denen Zoraya sehr tiefgründig wird. An manchmal stellen könnte man dort den Schreibstil schon fast als poetisch oder philosophisch bezeichnen. Ich war unglaublich gefesselt und habe an jedem geschriebenen Wort gegangen. Hut ab, für diese durchdacht, wunderschöne und absolut gelungene Wortspielerei!

„Wie hatte ich nur so naiv sein können? Nicht jeder auf dieser Welt träumt von Frieden.“

Man Fazit ist, wie es sein muss, sehr positiv. Das Buch hat mir von Beginn an wirklich gut gefallen. Zoraya ist eine unfassbar sympathische Protagonistin, mit der man sich gut identifizieren kann. Lange Zeit wollte ich erst vier Sterne geben, weil halt dann doch die meiste Zeit die gewisse Spannung fehlt, aber dieses Ende hat alles wieder wett gemacht. Aber sowas von! Und dann ist da auch noch dieser tolle Schreibstil. Also meine Lieben, ich kann das Buch nur empfehlen 🙂

Meine Bewertung: 5/5 Sterne

 

One Reply to “Review: Das Raunen der Flammen von Helena Gäßler”

  1. Liebe Jenny

    Wie schön, dass dir das Buch so gut gefallen hat! Ich habe es begonnen aber dann abgebrochen, weil mir am Anfang ebenfalls die Spannung fehlte und ich auch mit der Protagonistin meine Probleme hatte. Nachdem ich in der Mitte ein-zwei Kapitel gelesen habe, in der Hoffnung, es würde sich bessern, das jedoch nicht zutraf, habe ich mich für einen Abbruch entschieden und kontaktierte die Autorin.

    Aber zum Glück sind ja Geschmäcker verschieden und es freut mich zu lesen, dass du ganz anders als ich empfunden hast 😉

    Liebe Grüße,
    Ümi <3

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