Titel: Das Spiel des Dunklen Prinzen
Autor: Ney Sceatcher
Verlag: Zeilengold
Seitenzahl: 281

„Willkommen beim Albtraumschach.
Kannst du deine schlimmsten Ängste besiegen? Nein? Dann fürchte um dein Leben.

Als Taija durch einen Spiegel in eine schneebedeckte Welt stürzt, hält sie das für einen bösen Traum. Schon bald stellt sich heraus, dass jenes Märchen, von dem ihre Tante immer erzählt hat, nicht nur ein Mythos ist. Das Mädchen befindet sich mitten in der seltsamen Welt der weißen Königin und des dunklen Prinzen, in der sich alles um ein grausames Spiel dreht. Nur, wer das Albtraumschach gewinnt, darf zurück in seine eigene Welt. Wer scheitert, verliert sich in seinem Albtraum – für immer!“ (Quelle: Zeilengold Verlag)

Die liebe Ney ist mittlerweile eine sehr liebgewonnene Freundin von mir und als ich dann mitbekommen habe, dass sie ein neues Buch veröffentlicht und dass dieses Buch auch noch grob an die Geschichte von Alice im Wunderland angelehnt ist (Haaaaallo, riesiger Alice-Fan hier!), da stand für mich ohne Zweifel fest, dass ich dieses Buch lesen MUSS. Gesagt, getan. Ich habe dann ihr Buch vorgestellt und pünktlich zur Veröffentlichung im April war es bei mir, mit ein paar kleinen Extras. Es hat etwas gedauert bis ich es lesen konnte, aber das Warten hat sich absolut gelohnt!
Und gleich noch vorne weg: Ja, Ney ist eine Freundin von mir, aber hätte mir das Buch nicht gefallen, hätte ich das offen und ehrlich gesagt. Also alles was ich im Laufe der Rezi von mir gebe ist ehrlich gemeint und nicht voreingenommen!

„Vielleicht hatte die Grinsekatze aus Alice im Wunderland recht und wir waren alle ein bisschen verrückt.“

Lasst uns mit dem Cover beginnen! Wie cool ist das? Ich bin in der Regel nicht so der Fan von Menschen auf Covern, aber immer öfter merke ich, wie ich selbst diese Regel breche. Manchmal passt es einfach und sieht verdammt cool aus. Das ist hier der Fall! Und so im Nachhinein passt das Cover von der Wirkung her auch wirklich gut zur Stimmung des Buches.
Zudem ist das Innere des Buches genauso hübsch! Es gibt Rosenverziehrungen auf jeder Seite und ab und zu findet sich eine hübsche Illustration zwischen zwei Kapitel. Ein wirklicher Hingucker.

„So viele Türen und kein Weg hinaus. So viele Wege und doch führt keiner nach Haus. Ärgerlich, nicht wahr?“

Aber um was geht es denn jetzt in dem Buch? Der Klappentext verrät eigentlich schon das Wichtigste. Es geht um die junge Taija. Sie lebt in einem großen Haus bei ihrer Tante. Eines schönen Tages soll sie den Dachboden aufräumen, worauf sie nicht unbedingt großartige Lust hat. Dennoch macht sie sich daran. Auf dem Dachboden stößt sie dann auf einen Spiegel. Ein Spiegel, welchen sie leider umfallen lässt und gleich hinterher fällt. Nur landet sie nicht, wie erwartet, auf dem Spiegel bzw. auf einem Haufen Scherben, sondern sie fällt geradewegs hindurch… Und findet sich in einem Land aus Schnee und Eis wieder. Es ist alles sehr unwirklich für sie und sie ist davon überzeugt zu träumen. Die Überzeugung setzt sich hartnäckig in ihr fest. Sofort wird sie in unwirkliche Ereignisse entwickelt. Sie findet sich in einem Spiel wieder. Ein Spiel das eine weiße Königin und ein dunkler Prinz spielen und das schon seit Ewigkeiten gespielt wird. Das Albtraumschach. Und so einfach es auch klingen mag, es steckt so viel mehr dahinter!

Das erste, was mir zur Geschichte einfällt ist, dass es schnell geht. Zack, zack, zack. Und auf einmal findet man sich mit Taija im Albtraumschach wieder. Aber dennoch ist das Tempo nicht zu schnell. Es ist super spannend und man kommt sehr gut mit. Langeweile kommt absolut nicht auf! Das war definitiv ein großer Pluspunkt!
Allerdings fand ich hier und da auch mal, dass etwas zu einfach ineinander gepasst hat oder zu leicht akzeptiert wurde. Sodass es mir manchmal einfach zu einfach ging. Was aber wieder rum gut für den Lesefluss war.
Was aber zudem noch sehr ansprechend war, war die düstere Atmosphäre dieses Buches. Die meiste Zeit hat man es mit dem Dunklen Prinz zu tun, und genauso kann man sich auch die Stimmung des Buches vorstellen. Das war eine gute Abwechslung zu den oft sehr heiteren, präsenten Welten aus anderen Büchern. Hier war alles immer etwas wütend, etwas niedergeschlagen, etwas verzweifelt und das alles mit einem klitzekleinen Funken Hoffnung im Hintergrund, der einen als Leser immer selbst weiter hoffen lassen hat!
Mein Punkt ist: spannende Geschichte mit zügigem Tempo und düsterer Stimmung, bei welcher man als Leser immer komplett dabei war!

Mein persönliches Highlight waren aber definitiv die Verweise auf Alice im Wunderland, welche Ney immer wieder toll eingebaut hat. Man denkt zwar schon bei der Grundidee des Buches an Alice (das Mädchen, dass durch eine Spiegel in eine andere Welt gelangt), aber da hören die Gemeinsamkeiten nicht auf. Ich will hier jetzt auf keinen Fall zu viel verraten, aber es gibt ein Wiedersehen mit dem ein oder anderen bekannten Gesicht!

„Was hatten ein Rabe und ein Schreibtisch gemeinsam? Auf diese Frage gab es unzählige Antworten, aber so war das Leben.“

Taija ist eine Protagonistin, die mir im Großen und Ganzen wirklich zugesagt hat. Sie ist nicht auf den Mund gefallen und lässt sich nicht alles gefallen. Sie ist mutig und stark. Allerdings hat sie manchmal eindeutig Probleme gegebene Tatsachen zu akzeptieren und kann hier und da sehr naiv herüberkommen. Aber hey, niemand ist perfekt. Ich konnte mich gut mit ihr anfreunden und mit ihr mitfühlen. Sobald das passiert, weiß ich immer, dass mich ein Charakter gepackt hat!
Einer meiner Lieblinge ist definitiv der Dunkle Prinz. Er hat so das gewisse etwas und man möchte direkt von Beginn an hinter seine Fassade blicken, um zu wissen, was wirklich hinter ihm steckt. Und das möchte man immer und immer wieder. Manchmal hat mich das wirklich gefuchst!
Andere Charaktere haben mir gut gefallen und mich zum Teil auch sehr überrascht, vor allem Charaktere mit denen ich zu Beginn nicht wirklich gerechnet hätte. Auch wenn ich die ein oder andere Wendung eines Charakters habe kommen sehen, konnte mich dann ein anderer wieder völlig überraschen. Das hat mir sehr zugesagt!

„Er ließ sich gern Zeit. Zeit war Macht und Macht hatte er genug.“

Neys Schreibstil hat mir wirklich zugesagt, vor allem da die Geschichte auf zweierlei Arten erzählt wird. Man hat zum einen den Ich-Erzähler, also in diesem Fall Taija, und zum anderen wird die Geschichte als Märchen erzählt. Ich fand das so klasse gemacht! Die „Märchenpassagen“ waren immer meine Liebsten. Das hat so richtig zum Buch gepasst, gerade deshalb weil Taija selbst auch die meiste Zeit glaubt sich in einem Märchen zu befinden. Auch waren diese Abschnitte einfach wirklich nur sehr schön geschrieben. Also absolut eine Besonderheit!

Schließlich kann ich sagen, dass mir das Buch gut gefallen hat. Ich mochte die Alice-Momente sehr und auch generell war die Geschichte tolle erzählt mit einer sympathischen Protagonistin. Ich freue mich wirklich, dass ich dieses Buch gelesen habe!

Meine Bewertung: 4/5 Sterne

„Nun kannte das Mädchen den Beginn des Märchens, es wusste um die Geschichte der Mitspieler, aber was ihm fehlte, war das Ende. Wie würde dir Geschichte ausgehen?“

 

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