Titel: Flerya – Drachenschlaf
Autor: Emily Thomsen
Verlag: Drachenmond Verlag
Seitenzahl: 333

Auch dieses hübsche Buch ist eines der Drachenmond Bücher, die ich auf der FBM gekauft habe. Hauptsächlich aus zwei Gründen. Zum einen das Cover (wie bei jedem anderen Drachenmond Buch auch) und zum anderen weil es um Drachen geht und ich Drachen liebe! Zudem hatte ich Glück und konnte Unterschrift ergattern 🙂

„Trägt nicht alles, was uns Angst macht, die Farbe der Nacht?“

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Vor einigen Jahren verbannte der Drachenkönig Gardorath die Herrscherin der Ghul in ein Verließ auf einer abgelegenen Insel. Er bewahrte so das Land Emirescha vor seinem Untergang. Einzig und allein der Träger von Kemantie, eines goldenen Armbandes, kann die Herrscherin Aine wieder befreien. Genau das will Yadiran, einer der engsten Vertrauten der Herrscherin. Dazu entführt er die kleine Tochter des Drachenkönigs, da diese die Trägerin des Armbandes ist. Flerya ist noch sehr jung als sie entführt wird und hat keinerlei Erinnerungen an ihre Herkunft. Yadiran zieht sie als sein eigenes Kind auf. Verständlicherweise liebt Flerya ihren „Vater“ und vertraut ihm voll und ganz. Bis ihr Vertrauen unendlich erschüttert wird. Sie erfährt, dass Yadiran nichts anderes will als ihren Tod, um endlich die dunkle Herrscherin zu befreien. Betrogen von ihren Liebsten und in Gesellschaft von völlig Fremden, muss Flerya einen Weg finden um sich selbst zu akzeptieren, anderen zu vertraen und damit fertig werden, dass alles was sie wusste gelogen war. Und als wäre das alles nicht schon genug, muss sie auch noch verhindern, dass Aine befreit wird, denn Yadiran und seine Krieger geben nicht auf.

„Tief dröhnt er über das Land, der Klang, der dem Krieg vorauseilt.“

Auch Flerya habe ich als Buddy Read gelesen. Januar schneit mein Buddy Reading Monat zu sein. Dies mal habe ich mit Jenny gelesen. Es war das erste Mal, dass wir ein Buch zusammen gelesen haben und ich finde wir haben uns dafür ein Gutes ausgesucht 🙂

Dann lasst mich auch mal was zu der Geschichte erzählen. Der Anfang ist kurzzeitig etwas verwirrend, weil man sofort mit einigen unterschiedlichen Namen konfrontiert wird und es, neben einigen Er-erzählten Passagen, zwei verschiedene Ich-Erzähler gibt. Aber die Verwirrung legt sich schnell und dann machen die verschiedenen Sichtweisen wirklich Spaß und geben einem viele unterschiedliche Einblicke in die Geschichte.
Zudem wird man ohne viel Geplänkel in die Story eingeführt. Man erfährt genug, damit man weiß was los ist, aber es wird einem nicht in epischer länge erzählt, was alles passiert ist, um an diesem Punkt angelangt zu sein. Danach passiert alles in einem zügigen Tempo und die Geschichte ist nie langweilig oder zieht sich.
Auch die Idee hinter dem Buch ist wirklich toll. Es gibt normale Menschen und dann gibt es solche, die sich entweder in Drachen oder in Ghule verwandeln können. Man erfährt von dem Konflikt zwischen den Völkern. Und obwohl die Ghule als die Bösen und die Drachen als die Guten dargestellt werden, merkt man auch schnell, dass nicht alles Schwarz und Weiß ist und das sich das so nicht verallgemeinern lässt. Dann geht es auch noch um Magie, um Geisttiere und andere magische Dinge. Die Welt ist wirklich klasse und es macht Spaß davon zu lesen.
Allerdings muss ich auch ehrlich sein und sagen, dass mir die Geschichte zwar gefallen hat, aber für mich dieser totale „Wow-Moment“, der mich komplett vom Hocker reißt, gefehlt hat.

„Traumtänzer hoffen, die Furchtlosen überleben.“

Obwohl alle Charaktere gut gestaltet sind und ihre individuellen Persönlichkeiten haben, habe ich ein etwas ambivalentes Verhältnis zu diesem Punkt.
Es gibt Charaktere, die ich wirklich klasse finde, wie zum Beispiel den jungen Heerführer Liam. Er ist sehr stur, hitzköpfig und vertritt vehement seine Meinung. Aber er ist auch unfassbar loyal und tiefgründig. Alles was er macht hat seinen Grund und er steht zu dem, was er macht. Liam hat mir unglaublich gut gefallen und ich habe mich jedes mal gefreut, wenn ich mehr über ihn erfahren habe.
Aber dann gibt es auch Charaktere, wie Flerya selbst, die mich eher weniger begeistern konnten. Obwohl das auch nicht ganz richtig ist. Wenn ich sagen würde, dass sie mich nicht begeistern konnte, würde das ja heißen, dass ich eine Beziehung zu ihr aufgebaut hätte, zwar eine negative, aber dennoch. Genau das war aber nicht der Fall. Irgendwie war sie mir einfach egal. Das klingt jetzt vielleicht etwas harsch, aber so war es leider. Lange Zeit wusste ich auch nicht, woran das liegen könnte. Dann habe ich mich Jenny darüber geredet und sie hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass es daran liegen könnte, dass Flerya selbst nicht weiß, was sie von sich halten soll. Sie zweifelt sehr viel im Laufe des Buches und ist zwiegespalten. Das hat sich dann wohl auch auf mich übertragen. Allerdings war es nicht so schlimm, dass ich mir ihr nichts anfangen konnte, weil es im Buch nicht ausschließlich um sie geht. Man erfährt auch sehr viel anderes.
Schließlich gibt es noch mein persönlichen, kleinen Helden der Story. Es handelt sich dabei um einen Waschbären, der die meist Zeit einfach nur unfassbar goldig ist (Jenny und ich haben deswegen auch beschlossen einen Waschbären zu adoptieren).

„Nur wer seine Vergangenheit kennt, findet den Weg in eine glückliche Zukunft.“

Den Schreibstil der Autorin kam mir sehr entgegen. Das Buch lies sich einfach und angenehm lesen und so kam man wirklich schnell voran. Das war gut, denn so ist man schnell von einem Geschehnis ins andere gekommen und es war einfach nur spannend. Auch hat der Schreibstil einfach richtig gut zur Story gepasst. Worte und Beschreibung waren dem Setting angepasst und haben so die allgemeine Atmosphäre des Buches noch unterstützt und verstärkt.

Am Ende kann ich sagen, dass mir das Buch richtig gut gefallen hat. Negative Punkte hin oder her, es kann ja nicht alles immer top sein. Die Geschichte war toll und besonders, die meisten Charaktere waren gut und ich hatte einfach Spaß am lesen. Und das ist immer noch das wichtigste!!
Ich kann das Buch auch guten Herzens weiterempfehlen, wenn man gute Fantasystories mag, und vor allem auch fantastischen Wesen. Denn die Drachen und Ghule sind schon verdammt cool!

Meine Bewertung: 4/5 Sternen

0 Replies to “Review: Flerya – Drachenschlaf von Emily Thomsen”

  1. Wow, viiiielen lieben Dank für die wundervolle Rezension! Und ich bin froh das dir die Geschichte gefällt obwohl du mit Freya nicht warm wurdest. Sie ist tatsächlich kein einfacher Charakter, aber vielleicht ändert sich das im nächsten Band. Tausend Dank. Ihr zwei seid so toll! Schön das ihr gemeinsam gelesen habt! Alles Liebe Emily

    1. Gerne! Freut mich sehr, dass dir die Rezi gefällt 🙂
      Ich habe Flerya als Charakter auch noch nicht aufgegeben. Vielleicht wächst sie mir ja noch ans Herz!

      Jenny und ich werden den zweiten Teil dann bestimmt auch wieder zusammen lesen 🙂

      Liebe Grüße,
      Jenny

  2. Huhu Liebes,

    ein richtig schöne Rezension 😀
    Zwar kann ich dir nicht in allem zustimmen, zB. was Flerya angeht, aber das ist ja auch nicht schlimm 😀
    Haben ja schon ausgiebig drüber philosophiert 😉

    Es hat soooo viel spaß gemacht das Buch gemeinsam mit dir zu lesen und wir sollten absolut an dem Plan festhalten einen Waschbären zu adoptieren haha <3

    Drück dich <3

  3. Sehr schöne Rezension! ☺

    Freue mich schon darauf das Buch zu lesen (außerdem wird es mal Zeit ein Buch vom Drachenmondverlag zu lesen, shame on me) 😛

    Liebste Grüße ☺

    1. Hallo 🙂

      Danke dir!! Ja im Großen und Ganze hat mir das Buch sehr gefallen. Und alles andere waren einfach total subjektive Dinge, die andere garantiert anders sehen 😀

      Liebe Grüße,
      Jenny <3

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