Titel: Medusas Fluch
Autor: Emily Thomsen
Verlag: Drachenmond
Seitenzahl: 196
Preis: 12,00€
ISBN: 978-3-95991-171-9        -> hier findet ihr das Buch!

Ihre Mutter Gaia verflucht Medusa. Dadurch erstarrt jeder Mann, den sie liebt, zu Stein. Genau auf diese Weise verlor sie auch ihre große Liebe und musste sogar dabei zusehen, wie er erstarrte. Medusas Herz brach. Sie nahm sich vor, so etwas nie wieder erleben zu müssen. Sie flüchtet aus der Götterwelt und lebt einsam unter den Menschen. Der einzige Mensch, den sie an sich heran lässt, ist ihre beste Freundin Tessa. Tessa weiß wer Medusa ist und was ihre Mutter ihr angetan hat. Sie will nur das beste für ihre Freundin. Deswegen beschließt sie, dass die beiden eine Kreuzfahrt machen werden, auf welcher Medusa sich mit ihrer Vergangenheit auseinander setzen soll, um einen Abschluss zu finden.
Aber es passiert einiges Unvorhergesehenes, was vor allem mit Jendrik zusammenhängt. Ein geheimnisvoller Mann, dem Medusa auf dem Schiff begegnet. Medusa kommt nicht von ihm los und es scheint so, als würde alles wieder von vorne beginnen.

„Mama, du solltest mich lieben! Stattdessen verfluchst du mich zu einem unsterblichen Leben in Einsamkeit.“

Das Buch MUSSTE einfach bei mir einziehen, weil es eines der schönsten Cover hat, die ich kenne. Ich war sofort verliebt. Deswegen habe ich es auch direkt vorbestellt. Dann konnte ich es aber glücklicherweise bei einem Treffen im Drachennest schon früher mitnehmen. Allerdings war ich dann doch etwas überrascht, wie dünn dieses Buch ist. Aber egal, so ist das nun mal. Jenny und Sonja haben das Buch beim selben Treffen auch mitgenommen und deswegen dachten wir uns direkt mal, dass wie es zusammen lesen sollten. Gesagt, getan. Wir hatten eine Menge Spaß! 🙂

Die Geschichte besteht aus zwei verschiedenen Zeitlinien, die parallel erzählt werden. Zum einen wäre da die Zeitlinie der „Medusa“. In dieser geht es hautsächlich um Medusa und ihre große Liebe Farin, sowie um Medusas Mutter Gaia, die versucht diese Liebe zu unterbinden. In diesen Kapiteln geht es also um die Vergangeheit. Zum anderen gibt es die Zeitlinine der „Marie“. So nennt sich Medusa in der Menschenwelt und diese Geschichte spielt im Jetzt. Sie erzählt davon, wie Marie mit ihrer besten Freundin Tessa eine Kreuzfahrt macht und dabei auf Jendrik trifft.
Wenn man beginnt das Buch zu lesen, gelangt man sehr schnell an den Punkt, an dem die eigentliche Handlung losgeht. Marie und Tessa sind kurz nach beginn auf dem Schiff und dort treffen sie auch schnell auf Jendrik. Die ganze Handlung entwickelt sich also sehr zügig und man langweilt sich nicht. Allerdings ist die Geschichte auch nicht sehr spannend, viel mehr geht es um Marie/Medusa, die sich ihrer Vergangenheit stellt, versucht mit ihren Gefühlen umzugehen und versucht herauszufinden, was sie machen soll. Man ist sehr stark in ihre Gefühlswelt mit eingespannt.
Aber nicht nur die Handlung entwickelt sich zügig, sondern auch die Liebesgeschichte. Und das ist ein Punkt der mich persönlich unendlich stört! Ich mag so etwas einfach nicht mehr und kann das auch nicht mehr lesen. Man LIEBT niemanden, wenn man ihn nicht mal eine Handvoll Tage kennt!!! Man mag jemanden, findet ihn attraktiv oder anziehend, hat eine Schwärmerei entwickelt. Aber verdammt, man redet dann nicht von LIEBE! Tut mir leid Leute, aber ich finde das ganz furchtbar… Das ist jetzt aber auch nichts, was mich speziell nur an diesem Buch gestört hat, ich mag das einfach immer nicht. Vielleicht gibt es hier oder da mal eine Ausnahme, aber prinzipiell bin ich immer super genervt davon!! Das aber nur nebenbei und es ist auch total subjektiv. Es mag andere geben, die genau das total schön und toll finden und sich nach solchen Lovestorys sehnen.
Sonst hat mir die Geschichte aber wirklich zugesagt. Und ich denke, dass das Buch eine gute Basis für den folgenden Teil bildet. Allerdings fühlt sich das ganze Buche an, wie eine Einleitung. Es fühlt sich so an, als müsste eigentlich noch was kommen. Als wäre es eigentlich ein richtig dickes Buch und die Story würde jetzt anfangen so richtig spannend zu werden. Das ist irgendwie etwas komisch und man hat am Ende das Gefühl, dass da jetzt irgendwie noch was kommen müsste. Dennoch ist das auch vielleicht was gutes, weil ich jetzt definitiv wissen will, wie es weitergeht!

„Was aus Liebe getan wird, geschieht immer jenseits von Gut und Böse.“

Die Protagonistin dieses Buches, Marie/Medusa, und ich haben eine stürmische Fahrt hinter uns. Am Anfang mochte ich sie sehr. Sie wirkte einfach wie eine einsame, junge (obwohl jung bei Göttern ja relativ ist) Frau, die sich nach Liebe sehnt. Sie hat eine innige Beziehung zu ihrer besten Freundin und versucht so ein bisschen zu kompensieren, dass romantische Liebe für sie tabu ist. Allerdings verändert sich meine Meinung von ihr im Verlaufe des Buches. Je mehr sie mit Jendrik zu tun hat, umso mehr beginnt sie Dinge zu überinterpretieren, aus dem Kontext zu ziehen und viel zu persönlich zu nehmen. Das hat mich am Ende nur noch genervt. Was schade war. Ich hoffe, dass ich sie im nächsten Teil wieder mehr mag.
Tessa mochte ich hingegen die ganze Zeit sehr. Für mich wirkt sie so, als wäre sie die Stimme der Vernunft. Sie versucht Marie/Medusa aus ihrem Schneckenhaus herauszuholen. Sie will, dass sie sich ihrer Vergangenheit stellt, damit sie eine Zukunft hat. Genau so sollte eine beste Freundin sein. Sie sollte unterstützen und kritisieren und all das im Sinne ihrer Freundin.
Auch den männlichen Part der Story fand ich klasse. Jendrik ist sehr geheimnisvoll und mysteriös. Auch wenn ich so meine Vermutungen über ihn hatte, war er doch der große Unbekannt der Story. Mit so etwas hat man mich dann immer sofort. Und je mehr ich über ihn erfahren habe, umso besser hat er mir gefallen. Gerne kann das im nächsten Buch so weiter gehen!

„Das ist Liebe, Tessa. Bedingungslose Liebe. Etwas, das die Götter in ihrer Eintönigkeit verlernt haben.“

Den Schreibstil fand ich sehr angenehme. Er ist weder extrem ausschweifend, noch sehr plump. Die Sprache war meist sehr angemessen, wobei ich mir gewünscht hätte, dass es vielleicht einen Unterschied zwischen Marie und Medusa gibt. Also, dass in der Marie-Zeitlinie die Sprache etwas moderner ist, als in der von Medusa oder so etwas ähnliches. Das ist zwar nicht unbedingt nötig, aber das wäre für mich noch ein kleines I-Tüpfelchen gewesen.

Zum Schluss lässt sich sagen, dass mit das Buch wirklich gut gefallen hat, auch wenn es mich nicht vom Hocker gerissen hat. Die Geschichte war gut, auch wenn ein paar Seiten mehr definitiv nicht schlecht gewesen wären. Nur die Art und Weise der Liebesgeschichte, war für mich ein großer Störfaktor. Mir haben eigentlich alle Charaktere mehr oder weniger gefallen und ich habe Hoffnung, dass Medusa und ich im zweiten Teil noch dicke Freunde werden.
Meiner Meinung nach ist das ein gelungener Auftakt für eine hoffentlich tolle Reihe!

Meine Bewertung: 2.5/5 Sterne

6 Replies to “Review: Medusas Fluch von Emily Thomsen”

  1. Schöne ausführliche Rezension. Deine Punkte kann ich verstehen, ich wusste am Anfang auch nicht viel mit der Liebesgeschichte anzufangen und dass sie am Ende so abrupt zusammen kamen, ging mir viel zu schnell. Aber die Geschichte als Ganzes und den schönen Schreibstil von Emily fand ich großartig 😉

    LG Ümi

    1. Danke 🙂
      Solche Liebesgeschichten sind für mich leider immer ein riesiger Störfaktor…
      Die Geschichte hat mir sonst aber auch zugesagt. Ich mag Mythologiethemen sowieso immer sehr 🙂

      Liebe Grüße,
      Jenny

  2. Huhu <3

    Wir hatten wirklich viel viel Spaß haha
    Unseren Gruppenchat müsste man eigentlich veröffentlichen xD
    Aber ich kann dir in vielen Punkten zu stimmen, teils ging es zu schnell und die Lovestory kam einfach zu plötzlich.
    So Knall auf Fall….leicht unrealistisch.
    Da mir (uns) aber Jendrik so gut gefallen hat, werde ich bei der Reihe am Ball bleiben 😀

    Eine sehr schöne und ehrliche Rezension <3

    Liebste Grüße Jenny 🙂

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