Werbung -> An dieser Stelle Danke an Beltz für das zur Verfügungen stellen dieses Rezensionsexemplares. Ich habe mich sehr gefreut, es hat meine Meinung aber in keiner Weise beeinflusst.


Titel: Saligia – Spiel der Todsünden
Autor: Swantje Oppermann
Verlag: Gulliver
Seitenzahl: 343
Preis: 16,95 €
ISBN: 978-3-407-74960-4                        -> hier findet ihr das Buch! 🙂

„Keira wird getrieben von ihrem Zorn. Überall ist sie die verhasste Außenseiterin, die ständig ausrastet und andere verletzt. Ihr Leben verändert sich radikal, als sie in das Eliteinternat Canterbury kommt. Denn Keira ist eine Saligia mit übernatürlichen Kräften und trägt das Erbe der Todsünde Zorn in sich. Auf der Canterbury School soll sie mit anderen Saligia lernen, ihre ungezügelte Wut zu kontrollieren. Kaum hat Keira sich eingelebt und in den geheimnisvollen Taran verliebt, da wird eine Mitschülerin tot aufgefunden. War es Mord? Als Keira Nachforschungen anstellt, merkt sie schnell, dass jeder Saligia sein eigenes Spiel der Lügen spielt. Befindet sich der Täter unter ihnen?“ (Quelle: Beltz)

Keira hat nie wirklich irgendwo dazu gehört oder hingepasst. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter in  Parson, hat aber weder Freunde, noch ein gutes Verhältnis zu ihrer Mutter. Immerzu ist sie wütend und gereizt und ist in der Lage dazu diese Wut auf andere zu übertragen, so dass diese völlig durchdrehen.
Das neue Schuljahr scheint dort zu beginnen, wo das alte aufgehört hat, bis ein Mann erscheint, der mehr über sie zu wissen scheint als sie selbst. Er erzählt, dass es noch mehr Menschen gibt, die wie Keira sind. Menschen, die eine der Todsünden in sich tragen und von dieser kontrolliert werden. Es gibt sogar eine Schule, wo ihr beigebracht werden könnte mit ihrer Kraft umzugehen. Sie könnte in der Lage seine ihre Kraft zu kontrollieren, anstatt von ihr kontrolliert zu werden und sie wäre nicht mehr alleine.
Obwohl sie sehr skeptisch ist und sich erst einmal dagegen sträubt, entscheidet sie sich schließlich dann aber doch das Angebot der fremden Anzunehmen und der Schule eine Chance zu geben. Schlimmer kann es immerhin nicht werden.
Obwohl Keira an der neuen Schule herzlicher Empfangen wird als je irgendwo zuvor, ist doch auch dort nicht alles prima. Jeder dort hat seine eigenen Schwierigkeiten mit seiner Kraft und Konflikte sind vorprogrammiert. Das ist aber nicht, was Keira nicht kennen würde.
Als dann aber auch noch ein Mord geschieht, fragt Keira sich worein sie da geraten ist und ob es wirklich so eine gute Idee war, diese Schule zu besuchen.

„Keira, du verkörperst eine der Todsünden. […] Du bist der Zorn. Und ich kann die helfen, ihn unter Kontrolle zu bringen.“

Was mich als aller erstes angesprochen hat, war die Thematik. Die Idee, die sieben Todsünden aufzugreifen und in eine Geschichte zu verpacken, fand ich großartig und wirklich vielversprechend. Dementsprechend hatte ich schon eine gewisse Erwartungshaltung an das Buch. Lasst mich eines schon mal vorweg nehmen: Meine Erwartungen wurden definitiv erfüllt!
Das Konzept mit den Todsünden geht voll und ganz auf. Es ist toll umgesetzt, wie die einzelnen Laster den jeweiligen Menschen beeinflussen und den Alltag kontrollieren. Es wurde toll beschrieben, wie sich quasi die ganze Persönlichkeit der Betroffenen, um die Sünde herum entwickelt. Auch wurde gut die Geschichte um die Entstehung dieser Laster, wie diese auf die Menschen übergegangen sind und wie sie weitergegeben werden in die Story integriert.
Auch hat die Geschichte ein wirklich gutes Tempo. Die Story schreitet zügig voran, ohne da langatmige Passagen einem das Leben schwer machen. Es ist spannend und aufregend. Dafür sorgen vor allem ein paar Plot Twists, die ich wirklich nicht habe kommen sehen. Das hat mich wirklich positiv überrascht, da Wendungen der Geschehnisse oftmals so offensichtlich angedeutet werden, dass der Überraschungsfaktor sehr gering ist. Zum Glück war hier das Gegenteil der Fall.
Eine Sache, die mir persönlich allerdings nicht so gut gefallen hat, ist der Zeitrahmen in dem die Geschichte spielt. Den genauen Umfang kann ich jetzt nicht mehr sagen, aber er ist sehr kurz und streckt sich nur über ein paar Tage. Das finde ich persönlich immer nicht so toll, da für mich die Beziehungen, seien es Freundschaft oder auch Liebesbeziehungen, dann nicht sehr überzeugend sind. Das ist dann leider auch hier für mich der Fall. Aber das ist auch nur ein kleiner Kritikpunkt.

„Ein gutes Geheimnis ist nur eines, von dessen Existenz niemand weiß.“

Keira ist eine willkommen andere Protagonistin. Wo weibliche Protagonistinnen oft kleine Sonnenscheine und Alleskönner sind, ist sie anders. Sie wird durch die Wut kontrolliert, ist die meiste Zeit recht übel drauf und hat eine sehr kurze Zündschnur. Sie gerät so gut wie jeden Tag in Schwierigkeiten, vor allem in der Schule. Aber trotzdem war sie mir als Leser von Seite eins an irgendwie sympathisch und ist mir über die Länge des Buches auf jeden Fall ans Herz gewachsen.
Als sie auf der neuen Schule andere Mädchen in ihrem Alter mit ähnlichen Fähigkeiten kennenlernt ist sie zunächst skeptisch und will sich nicht so recht öffnen, aber sie verschließt sich nicht komplett vor anderen, sondern lernt viel mehr anderen und vor allem auch sich selbst immer mehr zu vertrauen (auch wenn es immer mal wieder Rückschläge gibt).
Im Grunde würde ich Keira als rundum gelungene Protagonistin bezeichnen.
Natürlich gibt es aber auch noch weitere Charaktere neben der Protagonistin, wäre auch sonst vermutlich etwas eintönig. Zu den anderen Charakteren habe ich durchwachsene Meinungen. Es gibt einige, die ich toll und interessant fand, und andere mit denen ich nicht so viel anfangen konnte. Aber sind wir mal ehrlich: Natürlich mag man nie alle Charaktere, ist ja auch nicht Sinn der Sache. Dennoch finde ich, dass eventuell der ein oder andere Charakter etwas zu kurz gekommen ist, der noch etwa zur Geschichte hätte beitragen können.

„Eines Tages traten sieben zum Streite der Weisen. […] Sie waren getrieben von Hochmut, Neid, Wollust, Völlerei, Habgier, Trägheit und Zorn.“

Nun zum Schreibstil. In diesem Buch gibt es einen Er-Erzähler, sodass wir guten Einblick in die Geschichte bekommen und das aus verschiedenen Blickwinkeln. Viele bevorzugen einen Ich-Erzähler, aber ich muss sagen, dass ich nichts gegen eine Er-Perspektive habe. Es muss einfach zur Geschichte und Schreibstil passen und das tut es hier in jedem Fall.
Ich würde den Schreibstil an sich als recht präzise und zügig bezeichnen. Obwohl Keira selbst noch jung ist, blickt man Leser hier und da sehr distanziert auf die Geschehnisse hinab die Keira so durchlebt, was passend ist, das sie selbst auch oft distanziert ist. Dennoch kommen an den richtigen Stellen die Emotionen wie z.B. Wut und Einsamkeit durch, so dass das Buch nicht kühl wirkt, sondern vielleicht einfach ein wenig „düsterer“, wenn man es denn so bezeichnen mag.

„Saligia – Spiel der Todsünden“ ist ein sehr rundes, spannendes Jugendbuch mit einer tollen Protagonistin und einer Grundidee, die endlich mal was anderes ist. Ich hatte sehr viel Spaß beim Lesen und bin innerhalb kürzester Zeit durch das Buch geflogen. Definitiv eine Empfehlung wert!

Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen

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