Werbung -> An dieser Stelle Danke an das Bloggerportal und an den Heyne Verlag für das zu Verfügung stellen dieses Buches. Ich habe mich sehr darüber gefreut, es hat allerdings meine Meinung in keiner Weise beeinflusst.


Titel: Zeitkurier (original Titel: Time Salvager)
Autor: Wesley Chu
Verlag: Heyne
Seitenzahl: 493
ISBN: 978-3-453-31733-8        -> klickt hier um das Buch zu kaufen 🙂

Im 26. Jahrhundert steht die Menschheit kurz vor dem kompletten Zusammenbruch, da durch Kriege in den letzten Jahrhunderten so gut wie alle Ressourcen aufgebraucht wurden. Um Ressourcen aufzutreiben gibt es ChronoCom und dessen Chronauten, auch Zeitkuriere genannt. Diese machen Zeitreisen in die Vergangenheit, um nötige Ressourcen zu beschaffen. Oftmals handelt es sich dabei um Technologie, aber auch Rohstoffe, wie Holz, werden in die Zukunft geholt.
Einer der Zeitkuriere ist James Griffin-Mars. James ist schon lange Chronaut und nur noch einige Jahre von entfernt sich aus seinem Vertrag herauszukaufen und in den Ruhestand zu gehen. Da kommt ihm ein sehr profitabler Auftrag von einem der großen Konzerne, welcher seine verbleibende Arbeitszeit erheblich verkürzen würde, gelegen. James nimmt den Auftrag an und springt auf eine Forschungsstation im 21. Jahrhundert, wo er einige technische Gerätschaften besorgen soll, kurz bevor die Station im Meer versinkt. Auf der Station lernt er Elise Kim kennen, welche dort die leitende Biologin ist. Die beiden sind sich sofort sympathisch. Als die Zeit gekommen ist und die Station im Meer versinkt, bringt es James nicht über sich Elise mit allen anderen sterben zu lassen. Er nimmt sie mit und bricht dabei das erste Zeitgesetz, welches zugleich das wichtigste ist. Kaum in der Zukunft angekommen, werden James und Elise auch schon von ChronoCom gejagt, welche James Fehler berichtigen wollen.
Die beiden verstecken sich im Ödland, welches einst Boston war, bei einem der wilden Stämme. Und obwohl sie immer noch auf der Flucht sind, haben sie auch eine neue Bestimmung gefunden: die Welt von der Seuche heilen, die diese befallen hat und die sowohl die Meere als auch die Erde vergiftet.

Beginnen wir mit dem Cover. Obwohl nicht sehr viel zu sehen ist, finde ich es wirklich ansprechend. Die rennende Person, die Uhr und das technische Erscheinungsbild der Abbildung, sowie das doch recht reduzierte Cover, passen wirklich gut zu dem Buch.

Die Geschichte ist interessant, und kann an der ein oder anderen Stelle mit einer unvorhergesehenen Wendung aufwarten. Der Anfang ist jedoch etwas schleppend. Zwar wird die Welt in diesem Buch ausführlich eingeleitet und erklärt, allerdings sind etwa 100 Seiten dann doch etwas zu viel des guten. Ich habe während das Anfangs sehr lange darauf gewartet, dass die eigentliche Story los geht und jedes mal, als ich dachte es wäre jetzt soweit, wurde noch ein anderer Charakter vorgestellt oder es passierte sonst etwas, das mit der eigentlichen Geschichte nicht unbedingt in Verbindung stand. Das hat mich zu Beginn dem Buch gegenüber sehr skeptisch gemacht.
Als das Geschehen dann aber endlich ins Rollen kam, war es wirklich interessant, spannend und hier und da auch überraschend. Aspekte wie Umweltverschmutzung, Kriege und wissenschaftlicher/technologischer Fortschritt bzw. Rückschritt waren große Themen in diesem Buch. Meiner Meinung nach lassen sich viele Rückschlüsse auf die heutige Situation ziehen und das fand ich persönlich sehr spannend. Nach den anfänglichen Schwierigkeiten war ich dann doch positiv überrascht über die Wendung, die das Buch genommen hat.

„Gute Chronauten hatten gewisse negative Charakterzüge. Sie kamen mit anderen Menschen nicht gut aus, waren jähzornig, außerordentlich gewalttätig und selbstmordgefährdet.“

James Griffin-Mars ist schon lange Chronaut und man merkt ihm deutlich an, dass das Spuren hinterlassen hat. Er trinkt zu viel, versucht seine Vergangenheit und seine Erlebnisse während der Sprünge zu verdrängen und hat sehr mit den Nachwirkungen der Zeitreisen zu kämpfen. Er ist als das genaue Gegenteil dessen, was man normalerweise als „Held“ bezeichnen würde. Allerdings macht dieser Fakt James sehr greifbar und realistisch. Auch wenn er oft nicht gerade als nett und freundlich zu beschreiben ist, entwickelt man doch im Laufe des Buches sympathien ihm Gegenüber. Vor allem auch deswegen, weil er einen sichtbaren Wandel durchmacht. Was sehr viel mit Elise zu tun. Die meiste Zeit war er lieber alleine und gab nicht viel auf andere Menschen, aber Elise lässt er näher an sich heran und entwickelt einen Beschützerinstinkt ihr gegenüber, welcher in seiner Vergangenheit begründet ist.  Er wird von einem leicht verbitterten Einzelgänger zu einem Mann, der sich um andere kümmert und langsam beginnt so etwas wie Hoffnung zu empfinden.

„James drehte sich um und wollte sie ein letztes Mal ansehen. […] Ein weiterer Geist in der langen Reihe der Toten. Sie war bereits tot. Nur eine weitere…“

Elise Kim ist das perfekte Gegenstück zu James. Sie ist froh, hoffnungsvoll, intelligent und oft ungemein optimistisch. Nach einigen Startschwierigkeiten findet sie sich gut in der Zukunft zu recht und hat auch bald schon ihre Bestimmung für sich gefunden. Sie will die Erde retten, welche von einer Seuche befallen wurde, die bald 500 Jahre Zeit hatte sich auszubreiten. Ihr Glaube ist, trotz Rückschlägen, so fest, dass sie es schafft auch andere davon zu überzeugen. James unterstützt sie wo er kann. Wobei es einem als Leser oft so vorkommt, als würde Elise nicht zu schätzen wissen, was James für sie macht und dabei in kauft nimmt. Oft meckert sie an ihm herum und verlangt mehr, obwohl er alles tut was in seiner Macht steht. Das war ein Fakt, der mich zeitweise wirklich gestört hat. Sonst ist sie aber ein gelungener Charakter, der hilft einen helleren Blick auf die Welt dieser Buches zu werfen, als James ihn bietet.

Den Schreibstil in diesem Buch würde ich stellenweise schon fast als „nüchtern“ beschreiben. Verschnörkelte Details oder ausschweifende Adjektive sucht man vergebens. Allerdings passt das gut zur Geschichte! Die Welt ist nicht schön, alles ist sehr technologisch und James emotionale Welt lässt sich nicht gerade als heiter beschreiben. Farbenfrohes Beschreiben hätte nicht zur Stimmung des Buches gepasst. So nüchtern der Schreibstil auch sein mag, war es sehr angenehm zu lesen und man war zügig in einem Lesefluss.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es ein wirklich unterhaltsamers Scifi-Buch ist, welches ein gar nicht so unrealistisches Bild der Zukunft malt. Zumindestens in Bezug auf Umweltverschmutzung und Kriegstreiberei. Auch wenn ich ein paar Minuspunkte für die doch sehr lange Einleitung in eigentliche Story und für Verhalten der Charaktere geben muss, hat mir das Buch sonst wirklich gut gefallen. Vor allem die Zeitreisen und ganzen biologischen Aspekte haben mir sehr zugesagt, sowie der doch eher untypische Hauptcharakter.
Alles in allem, kann ich das Buch empfehlen, wenn man eine gut gelungene Scifi-Geschichte lesen möchte, auch wenn man eventuell hier und da ein paar Abstriche machen muss.

Meine Bewertung: 3/5 Sternen

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